Die Geheimnisse der Whiskeyherstellung

| Spirituosen

Wer kennt nicht mindestens einen Film, in dem ein feiner Herr einem anderen ein Glas Whiskey anbietet? Unauflöslich mit Schottland und der grünen Insel verbunden, erfreut das alkoholische Getränk auch hierzulande in so manchem Irish Pub die Gemüter.

Doch wie wird der Whiskey eigentlich hergestellt?

Los geht es auf einem Gerstenfeld, denn gemälzte Gerste ist neben Wasser und Hefe die wichtigste Zutat des Getränks. Nur etwa 20 Prozent der Ernte eignen sich für den Prozess des Mälzens. Um aus Gerste Malz zu gewinnen, muss diese erst einmal für ein paar Tage kräftig in Wasser eingeweicht werden, um die Keimung anzuregen. Ungefähr eine weitere Woche stetigen Befeuchtens und Wenden bedarf es, bis die Keimung so weit fortgeschritten ist, dass aus der Gerste Malz geworden ist, das nun getrocknet werden kann. Das Mälzen ist daher ein wichtiger Prozess in der Whiskeyherstellung. Später wird beim sogenannten „Maischen“ das Malz zermahlen und mit heißem Quellwasser überbrüht. Hierbei verwandelt sich, dank einiger Enzyme, die Stärke der Pflanze zu Zucker. Die Flüssigkeit, die durch diesen Prozess entsteht, nennt sich „Maische“ oder „Würze“. Im nächsten Schritt der Whiskeyherstellung wird ihr Hefe zugefügt, die wiederum den Zucker zu Alkohol vergärt. Schließlich soll hieraus ein alkoholisches Getränk und kein Malzbonbon werden. Nach dem Fementieren beträgt der Alkoholgehalt der Flüssigkeit etwa fünf bis acht Volumenprozent.

Die Destillation

Whisky auf Eis

Whisky auf Eis

Jetzt beginnt die Destillation. Durch mehrere geschlossene Kupferbottiche (die Brennblasen) laufend, werden nach und nach der Alkohol und andere Stoffe, die dem Whiskey seinen Geschmack verleihen, vom Wasser getrennt. Das Endergebnis nennt der Braumeister „Low Wine“ oder „New Make“ und versetzt es erneut mit Wasser. Damit aus diesem Gemisch jedoch Whiskey wird, braucht es oftmals noch mindestens ein Jahrzehnt Reifung in Eichenfässern. Diese Zeit kann bis zu 80% des Geschmacks ausmachen. Das Holz des Fasses, das Klima im Lager und andere Umweltfaktoren spielen dabei eine große Rolle, häufig lagerten in Whiskeyfässern zuvor schon andere Alkoholika. Während der Reifungszeit verdampft bis zu 1% des Inhalts jährlich, von Braumeistern augenzwinkernd „der Anteil der Engel“ genannt.

Wenn die Jahre im Fass endlich überstanden ist, ist der Whiskey auch schon fast fertig. Einige Sorten sind an diesem Punkt reif für die Abfüllung und den Verkauf. Andere hingegen werden noch etwas bearbeitet. Beim Blenden z.B. werden, im Gegensatz zu den Single Malts, verschiedene Whiskeysorten miteinander vermischt. Doch egal ob Blend oder Single Malt, am Ende ist Hauptsache doch, der Whiskey schmeckt. Und das tut er nach so viel Mühe bestimmt.

Bild: uzul von sxc.hu

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